Viktor Kharlov
geboren 1949 machte seine Ausbildung als Maler in
Moskau bei einer sehr dekorierten Frau Prof. Tutevol,
das Bild, das mir zur Verfügung steht,
Öl auf Leinwand, 85 x 72,
ist aus dem Jahre 1973 und verso bezeichnet
“Portrait einer Frau in Schwarz“.
Ich glaube aus späteren Bildern & Fotografien erkennen
zu können, dass es seine schon damalige oder spätere
Frau Vera Ushakova ist.
Diese späteren Fotografien und Bilder zeigen sein Leben
in bäuerlichem Umfeld in der Region Kirow, ich vermute jenseits jeglichem Komfort, in einem kleinen Bauernhaus mit niedriger Eingangstür, jede größere
Öffnung nach draußen würde die Winterkälte mehr ins Haus lassen, der Innenraum bunt gestaltet, ich glaube eine Treppe zum Schlafplatz über dem Ofen erkennen zu können.
Das Bild der Frau in Schwarz hat einen sehr einfachen
gebauten Spannrahmen, der nicht als Keilrahmen
angelegt ist, es scheint mir auch altes Holz aus vorher
anderer Bestimmung zu sein, der Zierrahmen scheint mir die originale Künstlerleiste zu sein, grob auf Gehrung gesägt und weiß gefasst.
Die Frau in Schwarz ist modisch im Stile der Zeit
gekleidet, ein bisschen erinnert mich ihre dunkle
Kleidung an das Schwarz der Existenzialisten, wobei
diese Strömung 1973 schon vergangen war, der
Hintergrund ist leicht impressionistisch gestaltet, ein auf einem Tisch neben ihr liegendes Schneckengehäuse
bietet einen Hauch Symbolismus, im Ganzen empfinde ich die Darstellung allerdings sehr an der Neuen Sachlichkeit orientiert. Erstaunlich für diese Zeit in Moskau::
zumindest in diesem Bild kein Hauch
Sozialistischer Realismus.
Ein schönes Bild in originalem Zustand, optimistisch, wenn die Frau auch sehr in sich gekehrt wirkt, aber farbig und symbolistisch in die Zukunft führend, das Androgyne damals nicht üblich, unterstelle ich mal.